Türkisch-stämmige Politikerin gibt Sarrazin Recht
30. August 2010 - von Kim - 0 Kommentare - Artikel kommentieren
Das kann wohl schon als etwas Besonderes bezeichnen, wenn eine Politikerin, die noch dazu türkische Wurzeln hat, dem unbequemen Sarrazin Recht gibt.
Sarrazin hat ja bekanntlich ein provokantes Buch veröffentlicht. Deutschland schafft sich ab. Natürlich kommen da alle feigen Gutmensch-Politiker aus ihren Löchern und schreien nach Parteiausschluss. Klar, man kann die Thesen auch weniger provokant darbieten. Ich meine aber, dass sich die Politik sachlich mit dem Thema beschäftigen sollte. Mit dem Inhalt, nicht mit dem Emotionalen. Aber offenbar ist Deutschland immer noch nicht so weit.
Wenn nun eine türkisch-stämmige Politikerin aus den Reihen der SPD hervorschaut und sagt, dass der Sarrazin Recht hat, dann ist das schon etwas Besonderes.
Hier hat ein verantwortungsvoller Bürger bittere Wahrheiten drastisch ausgesprochen und sich um Deutschland einen Kopf gemacht.
(Necla Kelek, SPD, via Stern Online)
Herr Sarrazin ist auch mir nicht besonders sympathisch, aber das, was er sagt, muss nüchtern betrachtet und debattiert werden. Und es muss etwas getan werden.
Im Übrigen finde ich, dass es ganz normal ist, wenn sich in einer verschmelzenden Multikulti-Welt das durchschnittliche Gesicht des Deutschen langsam verändert. Wenn ich an die vielen Multi-Kulti-Persönlichkeiten in meinem Umfeld denke, habe ich auch überhaupt nichts dagegen. Solange Bildung und Integration stimmen, Chancengleichheit herrscht, dann ist alles in bester Ordnung, und Deutschland kann davon profitieren.
Ganz besonders ekelt mich diese Parteiausschluss-Doppelmoral an. Die, die das jetzt fordern bzw. in die Wege leiten, gehen gegen die Meinungsfreiheit in Deutschland vor. Okay, vielleicht schadet Sarrazin der Beliebtheit der SPD, vielleicht gefährdet er die Wiedererstarkung der Partei. Aber ich glaube, das wird überschätzt. Ohnehin kann Sarrazin nicht so viele Bücher schreiben wie CDU, CSU und FDP Mist machen.
Noch übler aber sind solche Ausschlussbestrebungen, die direkt die Demokratie angreifen. Etwa, wenn man nicht mitmacht, dass Ypsilanti Ministerpräsidentin werden soll. Ekelhaft.
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