Internet Explorer 8:
Tab-Verhalten mit No-Go,
zahlreiche Abstürze,
dafür ein guter Debugger
20. März 2009 - von Kim - 0 Kommentare - Artikel kommentieren
Abgestürzter Tab - Häufig schon nach kurzer Zeit
Resourcenhunger - vier Instanzen, zwei Tabs?
Diesen Artikel schreibe ich mit dem Internet Explorer 8.
Als Webentwickler muss ich den neuen Browser, mit dem Windows dann demnächst standardmäßig ausgeliefert wird, zwangsläufig testen. Nun zähle ich ja nicht gerade zu den Microsoft-Bashern, aber dieser Browser ist meiner Meinung nach ein echter Griff ins Klo.
Und das schreibe ich für einen Informatiker ganz unprofessionell schon nach einer Viertelstunde Evaluierung.
Begründung: Der Aufbau neuer Tabs ist extrem träge, betätige ich die Tastenkombination Strg+t muss teils mehrere Sekunden warten. Der Grund dafür ist offenbar, dass der IE8 neue Tabs jetzt in einem eigenen Prozeß startet und diese dann aus einer .dll heraus eine Website anzeigt, die mir eine Browser-Historie und andere Funktionen bietet.
Während das an sich schon schlimm genug ist, bleibt der Fokus aber während dieser Wartezeit noch auf dem alten Tab, und wenn man dann vorzeitig lostippt, schreibt man in das Adresseingabefeld des alten Tabs.
Außerdem habe ich in der ersten Viertelstunde ein halbes Dutzend Tababstürze hinbekommen, alle im Zusammenhang mit meiner Ungeduld (Versuch, einen vorzeitigen Tabwechsel zu erzwingen, aber auch markupintensive Webseiten).
Da ich denke, dass auch Nicht-Informatiker-Benutzer ungeduldig sind, halte ich diese Version so, wie ich sie erlebt habe, in ihrer Standardauslieferung für nicht brauchbar. Womöglich verbessert sich das Tabverhalten, wenn man den damit verbundenen Seitenaufruf wegkonfiguriert (ich tippe mal, dass das geht, Update folgt).
Äußerlich sieht der Browser übrigens fast genauso aus wie der IE7, allerdings ist die Hauptmenüleiste wieder standardmäßig eingeblendet, wenn auch an ungewöhnlicher Position unterhalb der Adresseingabeleiste. Zum Lachen hat mich dann noch ein Tooltip gebracht, das den Abwärtskompatibilitätsmodus des Browser betrifft - grenzt an ein Armutszeugnis!
IE Kompatibiliätsmodus - peinlicher Text
Fazit:
Der Browser fühlt sich zwar schnell an, stürzt aber auch schnell an. ACID1- und ACID2-Tests werden bestanden, ACID3 sieht aber viel schlechter aus als z. B. beim Firefox 3. Beachtlich ist, dass bei all meinen Abstürzen der Browser nie ganz gestorben ist und andere Fenster nicht in Mitleidenschaft gezogen hat - das ist gut. Nicht so gut scheint der Speicherhunger des Browsers zu sein.
08/15-IE7-User sollten daher meiner Meinung nach bei ihrem Browser bleiben.
Ich selbst darf mich darüber freuen, dass meine beiden Blogs (dieser und der über Fußball) sowie meine in Aktion befindlichen Websites (z. B. wind-versfina.de oder Merles hilligenlei-wyk.de) Webanwendungen allesamt weiterhin funktionieren.
Ich will noch festhalten, dass insgesamt nur die Premiere der Safari Beta-Version für Windows immerhin noch schlimmer war.
Ergänzung:
Erfreulich ist allerdings der integrierte Debugger.
Noch im IE7 konnte man mit Javascript-Fehlermeldungen so gut wie nichts
anfangen. Das hat sich sehr zum positiven geändert. Der Debugger hat
uns auch gleich geholfen, wobei uns die gewonnene Erkenntnis gleich
sehr überrascht hat: Offenbar geht der IE8 sehr streng mit
undefinierten Javascriptvariablen um. In dem Zuge dürften in der Tat
viele Websites nicht besonders gut mit dem IE8 funktionieren, fürchte
ich - obwohl eine etwas strengere Erwartung sauberen Codes prinzipiell
zu begrüßen ist. Nur das kann man bei einem Browser für die Massen ja
leider nicht so einfach machen.
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