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Shanghai-Ranking vs. Bildungsetat Deutschlands

14. August 2007 - von Kim - 0 Kommentare - Artikel kommentieren

Der SPON veröffentlicht heute einen Artikel zum neuen Shanghai-Ranking, einer internationalen Rangliste für Universitäten. Auf Platz 1 bis 10 finden wir dort acht amerikanische Unis und die zwei bekanntesten britischen.

Deutschlands beste Uni, die Uni München, rangiert irgendwo im Mittelfeld der Top 100. Eigentlich ein trostloses Ergebnis für den Exportweltmeister Deutschland. Maßgebend für das Shanghai-Ranking sind u. a. Forschungsergebnisse, die stark in die Gewichtung der Bewertung einfällt. Und da genau muss der Tadel angesetzt werden. Der liegt nämlich eindeutig am Bildungsetat.

Fragt mal einen Professor, ob er des Geldes wegen Professor geworden ist! Die meisten hier werden Euch antworten, sie hätten in der freien Wirtschaft deutlich mehr verdient. Kein Wunder bei einem Bildungsetat von rund 2,2% unseres BIPs. Laut Wikipedia kommen wir damit auf einen Gesamtetat von rund 66 Mrd. Euro in Deutschland. Eine lächerliche Summe, wenn man sich z. B. das Stiftungsvermögen der Harvard University vor Augen führt (allein über 29 Mrd. US-Dollar).

Dass die US-Unis so dominant sind, liegt daran, dass dort immer noch die Förderung durch Ehemalige stark verbreitet wird. Diese Universitäten sind echte Wirtschaftsgiganten und plagen sich vermutlich nicht mit elendigem Bürokratismus und Beamten-Besoldung herum. Wenn unser Bundespräsident Prof. Dr. Köhler nochmal eine Vorlesung hält, dann ja nicht des Geldes wegen, sondern ehrenamtlich. Doch die Wissenschaftler, die arbeiten wollen, wie es ihnen beliebt und nebenbei eine angemessene Bezahlung genießen wollen, lassen sich wohl kaum mit der deutschen W-Besoldung halten.

Ich könnte jetzt vom IMTI-Etat der FH Flensburg pro Studenten zitieren, das wäre allerdings sehr traurig, und außerdem bin ich mir der Zahl nicht mehr ganz sicher, daher lass ich das an dieser Stelle. 

Aus derlei Etats resultiert dann zum Teil peinliche Ausstattungsmerkmale der Hochschul-Labore, was natürlich alles irgendwie in die Bildungsqualität einfließt.

Allerdings kann trotz bescheidener PISA-Tests (Thema Integrationspolitik) ja nicht alles falsch laufen, wenn ich mir die frisch getraute Frau Maack anhöre, die mir nach Ihrem Semesteraufenthalt am renommierten Boston College berichtete, wie leicht sie gute und sehr gute Ergebnisse in ihren Prüfungen erzielte.

Vielleicht steckt ja immer noch mehr von deutschen Tugenden in uns, als es uns bewusst ist.

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