Finger weg von Cablesurf/Cablefon oder der WTC!
08. November 2007 - von Kim - 2 Kommentare - Artikel kommentieren
Zu dieser Erkenntnis komme ich nach knapp einem Monat von Versuchen, mit CableSurf und CableFon, glücklich zu werden. Flatrate-Internet und -Telefonie über das Kabelnetz für rund 40 Euro im Monat: Dafür gibt es bis zu 16 MBit Bandbreite und rund 800 KBit/s upstream. Als waschechte Muhkuh der ersten Stunde ist auch ein guter Ping für mich nicht ganz unwichtig. All das, so ergaben meine Recherchen, wäre mit Kabel-DSL kein Problem.
Falsche MAC-Adresse
Kommen wir zur Realität:
Der erste Versuch, das Ganze in Gang zu nehmen, scheiterte kläglich. Gut dokumentiert war das alles ja, soweit so gut. Und ich habe meinen Teil von Anfang an und zu jeder Zeit richtig gemacht. Doch die Firma WTC, die als Ansprechpartner für die Bewohner meiner Wohnungsgenossenschaft zuständig ist, schickte mir erstmal ein falsches "Funk-Modem". Das Funk-Modem ist das Kabel-Pendant zu einem WLAN-DSL-Router mit integriertem Modem. Der Router selbst war zwar ein richtiges Gerät, doch war die MAC-Adresse, die das Gerät besaß eine andere als die, die die WTC an ihrem Ende der Leitung freigeschaltet hatte. Dass das dann nicht funktionieren kann, mag für einen Informatiker logisch klingen, aber wie sieht es mit Tante Emma aus? Und überhaupt, auch ich habe zu keiner Zeit die Fehlerursache auch nur erahnen können - woher zum Teufel soll man auch darauf kommen?
Die WTC hatte mir also schlicht ein anderes Gerät geschickt, als ich bekommen sollte. Die Folge war ein absolut jämmerliches, geduld-raubendes Verwirrspiel über die Lösung des Problems:
- Sind beide Anschlussdosen im Haus freigeschaltet?
- Geht das Fernsehen denn?
- Haben Sie auch alles richtig angeschlossen?
- Versuchen Sie es nochmal am anderen Anschluss.
Und so weiter und so fort. Ich forderte also sehr bald einen Techniker ins Haus, der das Problem vor Ort analysieren solle - der sollte dann auch von der WTC (Sitz Nähe München) beauftragt werden. Alles klar, die zuständige Firma vor Ort wird sich melden: Tat sie aber nicht. Stattdessen rief zwei Tage später noch einmal ein WTC-Mensch an und stellte plötzlich Fragen aus einer Checkliste, die ich vorher nie gehört habe, unter anderem: Wie ist denn die MAC-Adresse von dem Modem?
Rätselraten um richtige MAC-Adresse
Ha! Aha?! Gerät in die Hand genommen, Aufkleber auf der Rückseite ausfindig gemacht. Erster Gedanke: Das kann ja kein Mensch lesen. Immerhin war festzustellen, dass die hexadezimale Ziffernfolge einfach nicht die richtige war. Ein B war aber von einer 8 auf dem komischen Aufkleber kaum zu unterscheiden. Dennoch war ich mir sicher, nachdem ich das Teil ins Licht gehalten habe und vor meinem Auge ausbalanciert hatte, dass ich die richtige Nummer vorgelesen hatte. Ansprechpartner am Telefon: Kann nicht richtig sein, die Software kennt diese MAC-Adresse nicht. Hab ich mich alles doch geirrt? Nun ging ein lächerliches Rätselraten und Ausprobieren um Bs und 8er Ziffern los, acht unterschiedliche Möglichkeiten galt es auszuprobieren. Nach einem weiteren halben Tag platzte mir der Nerv und ich forderte per Express ein neues Modem an, dessen MAC-Adresse klar war. Kurz davor, versuchte die Dame der WTC noch einmal die zuerst durchgegebene Adresse einzugeben - und plötzlich klappte es: Vier grüne Lämpchen am Modem signalisieren mir den Online-Status. Schwere Geburt...
Verbindungsabbrüche
Die erste Freude über das überstandene Waterloo hielt nicht lange an: Gegen Mittag des nächsten Tages erfuhr ich permanente Verbindungsabbrüche. So konnte ich nicht arbeiten. Anruf bei der WTC ergab: Ihr Signalpegel ist ganz schlecht, da muss dann doch noch der Techniker ins Haus kommen. Der versprochene Anruf bliebt natürlich wieder aus, also nahm ich das Heft in die Hand und erfragte bei meinem Vermieter den Namen der Firma. Die erreichte ich dann auch mühseelig und irgendwann dann auch mal den zuständigen Menschen, der mir helfen würde. Und der konnte natürlich erst nach dem Wochenende kommen - super. Das Wochenende überlebte ich also mehr schlecht als Recht mit einer miesen Internetverbindung. Montag kam dann der Techniker und stellte natürlich kein Problem fest. Na super. Er sagte, dass die WTC auch gern mal in solchen Fällen selbst ein paar Einstellungen vornehme, von denen wir dann aber nichts erfahren würden - na super.
6 anstatt 16 MBit
Das Problem mit den Verbindungsabbrüchen regelte sich von selbst, irgendwas ist wohl noch geschehen. Aber die Leistung insgesamt war immer noch nicht befriedigend: Die Bandbreite entsprach eher einer 6 MBit-Leitung, nicht aber einer 16 MBit-Leitung. Mit so einer sollten immerhin rund 2 MB/s pro Sekunde möglich sein. Aus Zeiten "normaler" DSL-Verbindungen war ich gewohnt, dass die brutto versprochene Leistung auch tatsächlich erreicht wird.
Da ich nun aber erstmal den Rand voll damit hatte, ständig mit der WTC zu telefonieren (eine 01802-Nummer, die ich sehr viel von meinem Handy aus angerufen habe), gab ich mich damit an. Für die Gamer unter uns: Der Ping ist übrigens in der Tat sehr gut (Battlefield 2 auf TV2-Servern bei ~ 40).
Als ich nun aber vor kurzem partout nicht telefonieren konnte (das funktioniert ja über die gleiche Leitung), riss nun endgültig meine Geduld und ich setzte einen bitterbösen Beschwerdebrief auf. Über die Ergebnisse meiner Beschwerde werde ich in einem weiteren Artikel berichten. Meine Forderungen in dem Brief:
- Stellungnahme zu all dem Schrott
- Erstattung der gewaltigen Handykosten durch Gutschrift
- Endgültige Behebung der verschiedenen, andauernden Probleme
Jedenfalls zahle ich lieber 10 Euro mehr im Monat an den rosa Riesen, als dass ich mir das so noch weiter antue.
Weitere Infos folgen.
Kommentare
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1. Kommentar vom 09. Dezember 2008 23:39:49
wegner
hi kann das so nicht kommentar los lassen. ich habe persönlich gute erfahrung gemacht mit cablesurf(anderer firma nicht wtc^^w...net).da kommt der techniker in haus schließt das modem an geht online überprüft trinkt noch ein kaffee mit und wenn ich ein problem hab was ich bisher noch nicht hatte ruf ich ihn an und er kommt.denke es hängt ganz stark an der jeweiligen firma die das produkt vertreibt.siehe wtc... mfg wegeonline
2. Kommentar vom 10. Dezember 2008 16:08:00
Kim
Nach etwas über einem Jahr lautet mein Urteil immer noch, dass Cablesurf und alles drumherum großer Schrott ist. Die WTC gehört zu dem Laden fest dazu. Die Ausfälle sind zwar seltener geworden, aber im Vergleich zu meinen Erfahrungen in Flensburg mit DSL immer noch häufig. Viel schlimmer ist aber die absolute Untauglichkeit der Telefonie. Immer noch tutet es bei denen, die mich anrufen, drei- bis fünfmal, bis es einmal bei mir geklingelt hat. Fast jeder zweite ausgehende Anruf klappt nicht auf Anhieb. Und günstig sind die inzwischen auch nicht mehr. Die Transferraten der 25-MBit-Leitung sind inzwischen aber gut bis sehr gut, aber ich hätte lieber nur effektiv 10 MBit und dafür eine ordentliche Telefonie-Funktion.
