Kim Schneiders Blog - youngvisions.net

Erfahrungsbericht Passat Variant 2,0 TDI

28. August 2008 - von Kim - 0 Kommentare - Artikel kommentieren

Blog-Bild: Erfahrungsbericht Passat Variant 2,0 TDI
VW Passat Variant 2,0 TDI Sportline

Seit vier Monaten bin ich nun im Besitz eines VW Passat Variant 2,0 TDI Sportline - Zeit für einen Erfahrungsbericht.

Ich erwarb den Wagen als (noch) jungen Gebrauchten, die Aussattung ist nahe dessen, was man Vollausstattung nennt. Es fehlt eigentlich nur Leder auf den bequemen Sportsitzen, ein Schiebedach, Einparkhalfe, der DVD-Wechsler - und wenn man so will, das DSG-Getriebe, von dem ich bei einer Probefahrt, aufgrund seiner Trägheit bei Kickdowns, nicht so begeistert war. Aber das war nur ein kurzer Eindruck. An sich hat das moderne Doppelkupplungs-Getriebe einen sehr guten Ruf.

Ausmaße:
Der 1,68 Tonnen schwere, 4,77m lange Wagen lenkt sich leichter als der Fiesta meiner Merle, ohne, dass man dabei ein Gefühl für die Strasse vermissen würde. Das mag aber am Sportfahrwerk liegen, was sich im Alltag aber beinahe nur beim leichten Holpern über irgendwelche größeren Unebenheiten bemerkbar macht. Der Kofferraum ist riesig, der Sitzkomfort für die Fond-Insassen ist hoch, auch bei großen Personen auf den Vordersitzen.

Fahrverhalten:
Mit hoher Drehzahl scharf in die Kurven preschen, kann man mit kleineren, grundsportlicheren Fahrzeugen sicher besser. Dennoch, der 2,0 TDI mit seinen satten 350 nm Drehmoment macht richtig Spaß und liefert genügend Reserven für schaltfaules Fahren. Ab 1500 Umdrehungen setzt der Turbo ein, davor macht sich das hohe Gewicht doch etwas bemerkbar. Wer also an der Ampel mit Blick auf den Nachbarn vorauspreschen will, muss das Standgas erhöhen und auf durchdrehende Räder aufpassen, was aufgrund des einsetzenden Turbo-Dampfhammers selbst im dritten und vierten Gang bei all zu optimistischer Fahrweise schnell passieren kann.

Motor, Fahrleistungen und Verbrauch:
Der Motor ist für ein Aggregat mit 170 PS super sparsam, selbst, wenn man regelmäßig zügig fährt. Ich selbst habe fast nur Stadtverkehr (Kiel/Hamburg) und Autobahn (Kiel/Hamburg, Kiel/Neumünster), also denkbar schlechte Voraussetzungen für einen günstigen Verbrauch. Ich fahre zügig und auf Autobahnen, wenn Platz vorhanden ist, meist so 150 bis 180. Mein Durchschnittsverbrauch liegt bei etwa 7,0 Litern. Der Wagen selbst ist mit 6,3 Litern pro 100 km angegeben, was trotz meines persönlichen Ergebnisses tatsächlich realistisch und sogar relativ leicht zu toppen ist. Wenn man richtig sparsam unterwegs ist und regelmäßig untertourig fährt, sind bis zu 1200 km Reichweite mit dem 70-Liter-Tank locker drin. Auf der Ebene sind bei gemächlicher Fahrt durchaus Verbrauchswerte im unterem 4-Liter-Bereich möglich, zum Beispiel, wenn man 70 im sechsten Gang fährt. Das sind absolute Top-Werte, sogar im Vergleich zu Hybrid-Fahrzeugen.

Die Beschleunigung habe ich noch nicht gestoppt, doch die Werksangabe des Top-Speeds (220 km/h) kommt gut hin: 230 km/h bin ich bereits gefahren, ohne es auf die Spitze getrieben zu haben. Übrigens: Selbst bei 180 km/h steht der Verbrauch irgendwo bei 8 Litern - bei 210 km/h bei etwa 12 Litern. Da kann man nicht meckern.

Übrigens habe ich noch den Motor mit Pumpe-Düse-Technik. Der gilt in den Kritiken zwar als robust und wie ich es selbst erlebt habe als leistungsstark und sparsam, aber eben auch als rau und etwas laut. Laut ist der Wagen im Innenraum jedenfalls wahrlich nicht, auch, wenn die Commonrail-Technik das natürlich trotzdem toppt. Die Rauigkeit stimmt, wenn man schlecht dosiert das Gaspedal betätigt oder generell holprig schaltet. Das lässt sich aber leicht kontrollieren. Für den Turbohammer muss man allerdings ein gewisses Gefühl entwickeln, wenn man vorher schwächer motorisierte Fahrzeuge gewohnt war.

Getriebe:
Sehr gut gefällt mir das Getriebe mit dem kompakten Schaltknüppel, den klaren und vor allen kurzen Schaltwegen. Die Kupplung muss man nicht weit treten und die Bremsen packen kräftigst zu. Fühlt sich alles sehr solide an. Die Getriebe meiner anderen Autos (Renault 19 und ein 92er Passat) habe ich erheblich häufiger krachen lassen.

Elektronik und Komfort:
Das DVD-Navi mit dem großen Bildschirm gefällt sehr gut, habe bisher nur wenige Situationen auf der Straße erlebt, wo es an Präzision mangelte. Vor allem die automatische Anpassung der Fahrroute bei TMC-Meldungen hat mir schon viel Ärger und Zeit eingespart. Darüber hinaus schneidet das Navi Verkehrsnachrichten im Hintergrund mit, während man beispielsweise gerade eine CD hört. Das Volkswagen Sound-System ist unauffällig integriert und hat einen tollen Klang mit - wenn man denn will - satten Wums. Nachteil gegenüber Audi: Ohne CD-Wechsler heißt es: Entweder Navi-DVD oder Musik-CD. Dafür ist das Radio hochkonfigurierbar.

Die Zwei-Zonen-Klimaautomatik lässt sich sogar dafür benutzen, aus dem Handschuhfach einen Kühlschrank zu zaubern und liefert beeindruckenden Sturm bei voller Power. Meine Sitzheizung habe ich noch gar nicht ausprobiert. Von der automatischen Umluftregelung mit Luftgütesensor habe ich noch nicht viel gemerkt. Die anderen äußeren Sensoren: Licht und Regen funktionieren tadellos, allerdings benutze ich die automatische Fahrlichtsteuerung so gut wie nie, da ich immer mit Licht fahre.

A propos Licht: Der Bi-Xenon-Scheinwerfer ist es etwas, an das man sich sehr schnell gewöhnt. Abblendlicht kommt mir jetzt vor wie Fernlicht bei Autos ohne Xenon. Das Abbiegelicht, das in die Scheinwerfer integriert ist, hätten sich die Ingenieure aber sparen können. Die Nebelscheinwerfer gehen im Xenon-Licht unter, aber die sind ja eh nur für Nebel gedacht. Gewöhnungsbedürftig ist der automatisch abblendende Innenspiegel, der bei Nachtfahrt eigentlich permanent verdunkelt, so dass man nur noch die abgeschwächten Scheinwerfer des Hintermannes sieht.

Zweifelhaften Komfort bietet die elektronische Parkbremse, die die klassische Handbremse ersetzt. Der Schalter befindet sich links neben dem Scheinwerferschalter und aktiviert auf Knopfdruck zwei Stellmotoren an den Hinterrädern, die das Auto gnadenlos festhalten. So fest zieht kaum jemand seine Handbremse an. Gelöst werden kann die Bremse nur bei festem Druck auf die Bremse. Die Bremse löst sich auch automatisch beim Anfahren (sofern man angeschnallt ist), woran man sich gut gewöhnen kann, sofern man jemand ist, der sich immer gleich anschnallt.Im Notfall kann man den Schalter auch bei der Fahrt betätigen, was eine krasse Notbremsung des Fahrzeugs auslöst (ab 7 km/h) - und zwar auch mit der normalen Bremse. In verschiedenen Foren habe ich gelesen, dass die Elektronik in dem Fall äußerst brutal zupackt und sogar ab einer gewissen Geschwindigkeit automatisch die Warnblinker einschaltet. Einige Tester haben es bei rund 20 km/h probiert und wurden vom Zupacken der Bremsen derart überrascht, dass sie nicht mehr rechtzeitig auskuppeln konnten und ihren Wagen absaufen ließen. Da das aber ohnehin nur Reifengummi kostet, spare ich mir meine Neugierde.

Total nervig sind die sehr sporadisch auftretenden Fehler, die keine sind. Die Bremse löst sich, die Bremse zieht an und der Bordcomputer meldet: Fehler Parkbremse. Nachdem man die Bremse wieder einmal angezogen und wieder gelöst hat, ist es meistens wieder in Ordnung. Meinen Recherchen zufolge bin ich damit nicht der einzige. Ein Software-Update brachte keine Abhilfe.

Fazit:
Bis auf die Kleinigkeit mit der Parkbremse ein rundum klasse Auto.

Kommentare

- Noch kein Kommentar vorhanden. -

» Artikel kommentieren




yv.net

« Januar 2009 »
M D M D F S S
    1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31 

Blog-Kategorien

Linkage

Strasse Augustenhof in Brokenlande