Wir sind Jammerlappen!
31. Mai 2008 - von Kim - 0 Kommentare - Artikel kommentieren
Gar nicht so Unrecht hat der Spiegel-Redakteur mit dieser Aussage, die vielleicht den einen oder anderen Mitbürger in noch stärkere Rage versetzt. Zugegeben, auch mich pisst es an, dass Diesel jetzt so teuer - oder gar noch teurer - ist als Benzin, weil ich mir gerade trotz geringer jährlicher Fahrleistungen einen stark motorisierten Diesel gekauft habe. Aber: Alle leiden unter den geänderten Benzinpreisen, das ist richtig.
Geht es uns denn wirklich so schlecht? Ich persönlich kann nicht klagen, den allermeisten meiner Freunde geht es genauso, ebenso meinen Eltern und den Eltern meiner Freunde. Und dass ich meine Freizeit mit Unmengen Zeilen an Quellcode verplempere ist meine eigene Entscheidung/Schuld, und ich Jammerlappen bekomme bei der Sonne da draußen ja sowieso sofort Sonnenbrand - wirklich!
Jammern auf hohem Niveau ist das Stichwort. So sollte man es vielleicht am Schopfe packen. Oder die Arschlöcher, die hinter dem ganzen Elend stecken: Nichtstaugende Bänker, schwarzsehende Erdölspekulanten und krass vertrauensunwürdige Politiker, die sogar bei der Diätenerhöhung nicht wissen, was sie wirklich wollen. Die kann man natürlich auch am Schopfe packen.
Und eben wegen dieser Arschlöcher halte ich beispielsweise auch absolut gar nichts von irgendwelchen Plänen, die Steuern vom Benzin zu nehmen. Die Mineralkonzerne würden das eiskalt für einen Teuro-Effekt ausnutzen, fällt ja erstmal das Positive ins Auge, wenn 50 Cent vom Benzinpreis fallen - aber eben nicht 67 Cent - denn das steckt wirklich drin. Die Energiebosse sind ja eigentlich sowieso die Schlimmsten überhaupt. Oder sind es die Medien, in denen unser Redakteur hier wie ein schwarzes Entlein heraussticht? Oder ist es gar die Bald-Ex-Frau meines Cousins? Jammern auf hohem Niveau...
Michael Ballack, führe uns in Versuchung und erlöse uns von dem Übel, denn Dein ist der Steilpass und die Flanke und der Kopfstoß ins Netz der Ungläubigen. Amen.
(das Vater Unser des EM-Clubs Tante Käthe in Berlin)
Unser gut gelaunter Redakteur führt nämlich an, dass es mit einem neuem euphorischen Stimmungshoch in Deutschland auch gefühlt wieder stark bergauf geht. Denn, was uns allen nicht unbedingt ins Auge fällt, ist, dass wir beispielsweise Export-Weltmeister sind und bleiben (gegen mehr als sechzehnmal so viele Chinesen), 1,4 Mio. weniger Arbeitslose haben, die Jugendarbeitslosigkeit halbiert haben, Informatiker ständig Headhunteranrufe und schöne Aufgaben kriegen - und -, dass wir Fußball-Europameister 2008 werden!
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